Frauenquote bedeutet Diskriminierung

Eine Quotenregelung bei der Besetzung von Gremien oder Stellen in der Wirtschaft bedeutet immer eine Diskriminierung und ist im Hinblick auf eine Gleichstellung von Frauen und Männern kontraproduktiv. Artikel 14. der Europäischen Menschenrechtskonvention befasst sich mit einem Verbot von Diskriminierung in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Als Grundlage dieses Diskriminierungsverbotes dienen die Menschenrechte, welche sich auf die Gleichheit Aller berufen. Dies beinhaltet das Grundrecht der Gleichheit von Männern und Frauen.

Überdenkt man nun die allgemeine Position der Feministinnen, so kommt man zu der Erkenntnis, dass sie ausschließlich nach Geschlecht beurteilen und somit sexistisch handeln. An dieser Stelle sind jedoch trotzdem die herausragenden und elementar wichtigen Erfolge von Feministinnen zu nennen. Wir alle müssen ihnen für die rechtliche Gleichstellung der Frau, für das Frauenwahlrecht und für die Beseitigung vieler indiskutabler Benachteiligungen von Frauen danken. Trotzdem sind die Angriffe gegen Männer im Zuge der Debatte nicht hinnehmbar und unangebracht. In der aktuellen Auseinandersetzung wird ein Bild des frauenverachtenden, im Patriarchat verharrenden Mannes erzeugt, was realitätsfern und diskriminierend ist.

Nichts desto trotz schenkt man den Worten des früheren Finanzvorstandes des Automobilkonzerns Daimler Gehör, so seien die Auswahllisten für Vorstands- bzw. Aufsichtsratsposten im Unternehmen dominiert von Frauen. Erwiesenermaßen steht aber fest, dass im Vergleich wesentlich mehr Männer eine Führungsposition anstreben. Wer kennt nicht den Satz, dass Frauen bei gleicher Qualifikation in einem Betrieb bevorzugt eingestellt werden. Unternehmer setzten zudem zahlreiche zusätzliche Anreize, wie firmeneigene Kindergärten oder flexible Arbeitszeitmodelle, um Frauen anzusprechen und ihnen die Möglichkeit von Karriere und Familie zu eröffnen; dies sicherlich auch in Anbetracht des allgemeinen vorherrschenden Fachkräftemangels in der Bundesrepublik.

Deutsche Professoren raten heute qualifizierten Doktoranden von einer Hochschullaufbahn ab, da Universitäten verstärkt auf Professorinnen setzen und Männer hierbei in den nächsten Jahren vermehrt leer ausgehen werden. 58 Prozent der im gehobenen Dienst des Bundes Arbeitenden sind weiblich.

Dementsprechend würde eine Quote Frauen unabhängig ihrer individuellen Qualifikation fördern. Eine Gleichstellungsquote diskriminiert somit alle, die ihre Position auf Grund von eigener Leistung und Engagement erreicht haben. Sie wird somit weder Männern noch Frauen gerecht und widersagt unserem Gesellschaftsverständnis. Eine Quotierung würde außerdem Frauen selber benachteiligen, da der eigene Posten vermeintlich nur durch eine Quotenreglung und nicht auf Grund von individueller Qualifikation erlangt wurde.

Die Einführung einer Geschlechterquote würde zudem zu einer Beschneidung der Freiheit von Unternehmern führen. Jeder Unternehmer muss frei Entscheiden dürfen, welche Mitarbeiter in seinem Unternehmen arbeiten oder es gar führen. Die Quote würde also das Eigentumsrecht beschränken und ist daher unvereinbar mit unseren Rechtsansichten.

Betrachtet man das Vorgehen und die Erfahrungen anderer Staaten der Europäischen Union mit einer Frauenquote, so kommt man zu dem Schluss, dass sie auch hier destruktiv ist. In Dänemark teilt sich beispielsweise eine kleine Elite von qualifizierten Frauen die Plätze in Aufsichtsräten. So kam es, dass eine Frau gleichzeitig mehrere Aufsichtsratsposten in verschiedenen Firmen inne hat.

Die mögliche Durchsetzung einer Frauenquote öffnet den Weg für weitere, dem gesunden Menschenverstand widersprechende Quotierungen. Mögliche Felder wären hier beispielsweise ein gesetzlich festgeschriebener Anteil von Homosexuellen oder Menschen mit Migrationshintergrund in einem Unternehmen oder einer Behörde. Auch wäre eine Männerquote für Lehrerstellen an Grundschulen im Bereich des Denkbaren, da hier vorwiegend Frauen vertreten sind.

Abschließend stellt sich nun trotzdem noch die Frage, ob Frauen eine bevorzugte Behandlung, wie wir sie verständlicher Weise behinderten Menschen zukommen lassen, benötigen.

Die schulischen Durchschnittsnoten der Mädchen sind signifikant auf höherem Niveau als die der Jungen. Dies wird in naher Zukunft dazu führen, dass Mädchen bzw. Frauen basierend auf eigener Leistung die männlichen Kollegen in Punkto Gehaltshöhe oder Führungspositionen überholen werden. Somit bedarf es keiner gesetzlichen Förderung von Frauen. Vielmehr sollte man darüber nachdenken, wo die Ursachen für die Unterschiede in den schulischen Leistungen liegen; ggf. muss regulierend eingriffen werden. Dies jedoch nicht in Form einer Quote, sondern vielmehr durch individuelle Förderung und ein faires, effizientes Bildungssystem.

Benedikt D. S. Kapteina